Seit den Sommerferien baut das Training der Dienstagsgruppe auf einem neuen Konzept auf. Zielsetzung für diese Gruppe ist nicht mehr primär die Vorbereitung auf eine Prüfung, oder die Steigerung der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit durch das Hinausschieben der individuellen Leistungsgrenzen. In dieser Gruppe steht die Erhaltung und / oder die Wiederherstellung der körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit im Focus. Dazu werden vor dem Hintergrund und auf der Basis des Karate-Do verschiedene Methoden eingesetzt.

1. Atmung und Achtsamkeit
Achtsamkeit heißt alles, was im gegenwärtigen Moment geschieht, bewusst wahrzunehmen. Durch Achtsamkeit ist es möglich, anzuhalten und die Atmung, den Körper und die Gedanken aufmerksam zu beobachten. Mit Hilfe der Achtsamkeit können wir uns ganz auf das konzentrieren, was wir im gegenwärtigen Augenblick tun. Durch Achtsamkeit bleiben wir in stressigen Momenten wach und aufmerksam. Durch Achtsamkeit üben wir unseren Atem wahrzunehmen.

Der Mensch kann ohne Essen etwa 40 Tage, ohne Trinken nahezu 5 Tage, ohne Sauerstoff nur einige Minuten überleben. Bei fehlender Sauerstoffzufuhr zum Gehirn treten bereits nach einigen Sekunden Schwindel und zunehmende Bewusstseinstrübung, nach 4 Minuten bleibende Gehirnschäden auf.
Einatmen bedeutet Anspannung, Ausatmen bewirkt Entspannung. Je flacher die Atmung, desto schneller ist sie und desto höher ist in der Regel auch die Herzfrequenz. Ängste sind stets mit Atmungsveränderungen verbunden, so dass dem Verständnis der richtigen Atmung eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Die Übungen zu diesem Thema sollen den Trainierenden die eigene Atmung bewusst machen und helfen Blockaden oder Fehlfunktionen zu erkennen und zu beeinflussen.


2. Konzentration
Konzentration (lat. concentra, „zusammen zum Mittelpunkt") ist die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, das Erreichen eines kurzfristig erreichbaren Ziels oder das Lösen einer gestellten Aufgabe (aus Wikipedia).  Die Konzentrationsfähigkeit bezeichnet vor Allem, dass das Eine, das gerade bewusst getan, gedacht und erlebt wird, nicht ständig wechselt, sondern, dass die ganze ungeteilte Aufmerksamkeit für längere Zeit auf die gleiche Sache gerichtet bleiben kann. Richtet sich unsere  Aufmerksamkeit längere Zeit auf die gleiche Sache, so beruhigt sich der Geist (die gedankliche Tätigkeit nimmt ab) und die Muskulatur entspannt sich. Nur wer sich konzentrieren kann, kann sich auch entspannen. Wir üben die Konzentration durch das erlernen und üben komplexer Karateabläufe. Dazu trainieren wir die Kata Niju Hachiho, eine Kata, aus dem weißen Kranich-Stil, deren Ursprünge in Okinawa liegen und die im Shotokan-Stil nicht geübt wird.


3. Core-Training
Kraft als eine motorische Grundeigenschaft ist eine wesentliche Voraussetzung für die Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Die Kraft der Haltemuskulatur im Rumpf sorgt für eine aufrechte Haltung und die Gesunderhaltung der Wirbelsäule, während die Kraft in den Beinen uns einen sicher Stand ermöglicht und die Kraft in den Armen uns fest zupacken lässt. Um Karatebewegungen gesundheitsförderlich auszuführen, ist eine gute Ausprägung der Komponente Kraft unerlässlich.  Wir trainieren die Kraft isoliert mit der Methode Core-Training. Core bedeutet "Kern", und Core-Training mit seinen speziellen Techniken stärkt den Körperkern, also die tief liegenden Muskeln - vor allem die Bauch-, Rücken- und Beckenboden-Muskeln.

4. Entspannung
Entspannungsverfahren und Meditationsmethoden sind Verfahren zur Verringerung körperlicher und geistiger Anspannung und Erregung. Dauerhafte Anspannung (Stress) ist ein gesundheitliches Risiko und kann zu  zahlreichen Krankheiten führen, die heute häufig mit dem Mode- und Sammelbegriff Burnout belegt werden. Wir verstärken die entspannende Wirkung des Karatetrainings durch verschiedene begleitende Übungen.

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