Am Sonntag den 29.06. bin ich mit einem Karate-Do-Overath T-Shirt den St. Petersburg Marathon gelaufen. Nach 2 1/2 Tagen Besichtigungstour in und rund um St. Petersburg war es sehr angenehm mal ein längeres Stück durchzulaufen.

Der Start-Ziel-Bereich lag auf dem großen Platz direkt vor der Erimitage. Bei strahlendem Sonnenschein ging es morgens um 9 Uhr los. Ein überschaubares Feld von ca. 5.000 Läufern (10 km und Marathon) machte sich auf den Weg durch das Stadtzentrum von St. Petersburg. Die Strecke führte an vielen Palästen und sehr lange auch an der Neva und ihren Seitenarmen entlang. Bis auf ca. 10 Brücken und Unterführungen ist die Strecke komplett flach, also gut gleichmäßig zu laufen. Viele Zuschauer gab es nicht. Selbst im Start-Zielbereich gehörten die meisten Unterstützer wohl zu irgendeinem Läufer / Läuferin. Was ich bei einem Marathon so noch nicht erlebt habe ist der wohl typisch russische Umgang mit Problemen / Hindernissen. Die Strecke im Stadtgebiet ist zwar durch Ordner und Polizei abgesperrt gewesen, aber mit zunehmender Länge wurden die Autofahrer ungeduldiger und standen hupend und mit laufendem Motor neben der Strecken. Sobald sich das Läuferfeld auseinanderzog und sich Lücken ergaben, wurden einzelne Autos zum queren der Strecke durchgelassen. Aus Läufersicht war das nicht so toll, auf eine vierspurige befahrene Straße zuzulaufen. Ich habe dann gerne andere Läufer vorgelassen. um nicht als erster die Autos "aufzuhalten".

Für mich war die Sonne morgens mit über 20 Grad schon fast zu warm. Ich war froh, dass sich die Wolken nach ca. 1 Stunden so zugezogen hatten und es nicht zu heiß wurde. Ich hatte mit vorgenommen die erste Hälfte nach Puls zu laufen, also im für mich optimalen Bereich bis 150. Durch die Sonne habe ich das auf nicht ganz geschafft, es sind dann doch 160 geworden. Mit der HM-Zeit von 1:59:26 war ich zufrieden. Ich hatte mich oft zurücknehmen müssen und lag nur leicht über der angestrebten Zeit. Antrieb habe ich dann bei km 22 bekommen. Tatjana stand an der Strecke. Ich habe mich super gefreut. Auf der zweiten Hälfte hat sich das Haushalten mit der Kraft dann gelohnt. Ich konnte die zweite Hälfte komplett ohne Probleme durchlaufen. Selbst bei km 35 nach einem kurzen Halt an einer Trinkstation, um ein letztes Mal zu Essen (ich hatte mich schon seit 20 Kilometern darauf gefreut einen fast flüssigen Marsriegel zu mir zu nehmen :-)), konnte ich ohne Probleme wieder anlaufen. Die letzten 7 Kilometer ging es dann nur noch darum flüssig zu laufen, ohne Pulskontrolle und ohne Blick auf die Uhr. Ich bin dann bei 4:03:09 ins Ziel gekommen. Mein Fazit für diesen Lauf: Ich habe ihn genossen und es ist ein gutes Gefühl nicht mit letzter Kraft ins Ziel zu kommen.

Tatjana und ich habe die organisierte Reise mit einer Läufergruppe unternommen. Dabei war ein Spitzenläufer aus Thüringen (Marathon-Bestzeit 2:17) und auch ein über 70-jähriger, der nach 4.58 ins Ziel gekommen ist. Es hat sehr viel Spaß gemacht und wir werden das bestimmt wieder machen. Wer Interesse hat solch eine Laufreise mitzumachen kann mich gerne ansprechen. Wir haben mit zwei Reiseveranstalter so gute Erfahrungen gemacht, dass wir diese ohne Einschränkung weiter empfehlen können.

 

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