Es war mal wieder soweit…..

Der Sommer war vorbei, die blauen Flecken weg, die Sehnen wieder angenäht und die Kondition im Eimer. Der perfekte Zeitpunkt, um die Ausbildungsstufe II des SV-Lehrers im DKV (auch Silber-Stufe genannt) zu absolvieren. So trafen Michael und ich am letzten Donnerstag auf 21 weitere hochmotivierte Karateka aus dem In- und Ausland (ein paar Bayern waren auch dabei) in der Duisburger Sportschule Wedau. In Anbetracht der ca. 38 Teilnehmer aus dem Bronzekurs hatte sich das Feld der Lernenden also quasi halbiert. Über die Beweggründe darf spekuliert werden.

Geleitet wurde der Lehrgang diesmal von der anderen Hälfte des DKV-SV-Teams: Ulrike Maaß und Wolfgang Henkel. Willm Wöllgens war das Bindeglied zum ersten Durchlauf und wieder souverän  verantwortlich für Organisation und Koordination. Nach einem Überblick über die bevorstehenden Tage und einer kurzen Stärkung in der Mensa ging es dann auch schon zügig auf die Tatamis. Dass wir uns in Level II befanden wurde recht schnell deutlich, als dass es direkt mal um die Wiederholung des im April Erlernten ging; das Tempo zog deutlich an und die Kombinationen wurden von den Praktizierenden recht routiniert umgesetzt. Begonnen wurde waffenlos, d.h. Angriffe von Fauststößen, Schwingern und Fußtritten. Zum Abend hin kamen noch Abwehrübungen gegen Stockangriffe hinzu. Da wir auf viele bekannte Gesichter aus dem ersten Kurs zurückgreifen konnten, begann der nächste Tag dann auch etwas kontaktfreudiger. Es standen nun Abwehrroutinen gegen Fassen und Umklammern, sowie Verteidigung in der Bodenlage auf dem Plan. Hier merkte dann doch der ein oder andere Karateka (mich eingeschlossen), dass man in diesem Metier sehr schnell gewohntes Terrain verlässt. Gut gestärkt ging es dann am Nachmittag mit sehr interessanten SV-spezifischen Bewegungsdrills weiter. Hier haben uns die Trainer schöne Kakie-Routinen und Renzuko-Waza nahegebracht.

Bevor sich die Kondition und vor allem die Aufmerksamkeit ihrem nachmittäglichen Tief näherten, wurden wir aber noch mit dem Umgang des Messerangriffs gefordert. Vorausgeschickt, dass man natürlich nie davon ausgehen sollte, Messerangriffe nun problemlos abwehren zu können, war aber das erklärte Ziel, zumindest die Chancen zu erhöhen, nicht lebensgefährlich verletzt aus einem Messerangriff zu entkommen. Dies wurde als Schlussübung für diesen Teil dann auch in einem Duellkreis (siehe auch Michael Jacksons Video Beat it) auf die Probe gestellt. Die letzte Einheit des Tages bestand in einem Querschnitt über die Heian-Katas bis hin zur Bassai Dai, bezüglich des Dreiklangs Kata-Bunkai-SV. So haben wir aus jeder Kata eine Sequenz hinsichtlich dieser drei Sichtweisen analysiert.

Der letzte „Aktiv“-Tag machte seinem Namen auch alle Ehre. Direkt nach dem Frühstück ging es - ohne lange zu fackeln - ins SV-Randori. Hierbei sollte nun unter stetig anziehendem Tempo und Stress ausgelotet werden, wo die Grenzen der einzelnen Teilnehmer waren. Sehr schön erkennbar wurde uns bspw. bei dieser Trainingsart auch methodisches Arbeiten vermittelt. Nach einer kurzen Verschnaufpause zog das Niveau dann noch ein wenig an, da es nun ins SV-spezifische Stresstraining ging. Derart, dass verschiedene Szenarien simuliert wurden, aus der sich die Probanden dann möglichst routiniert und „elegant“ zu befreien hatten. Völlig erschöpft – die Stöhn-Geräusche beim Aufstehen und Hinsetzen wurden zunehmend lauter- waren alle sehr dankbar, dass nach dem Mittagessen ein ruhigeres Programm anstand. Hier ging es - aufbauend auf dem, im Bronze-Teil Gelernten – um das Thema Selbstbehauptung, dem höchsten Ziel, einen Kampf erst gar nicht entstehen zu lassen. Verschiedene Szenarien wurden beispielhaft mit stetig wechselnden Partnern durchgespielt, so dass die Lernenden gute Ideen und Impulse in ihre Heimatdojos mitnehmen konnten.

Bevor sich der Tag mit der Paradedisziplin – dem SV-Parcours (diesmal in Alltagskleidung) – verabschiedete, war es an der Zeit, die gelernten Inhalte in die Tat umzusetzen, und eine entsprechende (thematisch vorgegebene) Stundenplanung zu erstellen, die dann von den B-Lizenz-Aspiranten in einer Lehrprobe vorgestellt wurde. Erfreulicherweise wurde dies von allen Beteiligten erfolgreich absolviert. Der besagte SV-Parcours stand nun auf dem Programm….. Da ich aber den aufmerksamen Lesern nicht zu viel verraten möchte (vielleicht mag ja der ein oder andere ebenfalls diesen Weg beschreiten), sei nur so viel gesagt, dass im Gegensatz dazu der Parcours im Bronze-Teil einem Spiel im Bällebad gleicht…   

Abschließend möchten wir dem Ausbildungsteam unseren Dank aussprechen, da sie es wieder einmal geschafft haben, aus uns auch noch das letzte bisschen Power herausgeholt und uns stattdessen mit jeder Menge Infos, Wissen und Erfahrung gefüllt zu haben. Am meisten beeindruckt hat mich ganz persönlich die Leidenschaft, die die Trainer uns entgegengebracht haben, die auf ein wirklich intrinsisches Interesse, ihr Wissen weiterzugeben schließen lässt.

Last but not least gilt auch der Dank erneut dem Verein im Ganzen und den Verantwortlichen im Speziellen, die uns diese Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

- Stufe Gold, wir kommen…….(schließlich haben wir beim Schwimmen ja auch nicht bei Silber aufgehört, oder?) -

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