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KDNW Karate Aktuell 3/2006

Yu-Ai 2006: Gute Stimmung, fast Tausend Teilnehmer und jede Menge Erlebnisse 
Ein Bericht von Thomas Gässler 


Pfingsten 2006 YU AI in Overath: 1200 Teilnehmer, 270 Müllbeutel, 150 Zelte, 50 Liter Suppe, 36 Referentinnen und Referenten aus Karate, Kung Fu, Tai Chi Chuan, Yoga und Pilates, 11 Kilo Kaffee, sechs aktuelle und ehemalige Wettkampfgrößen (Kora Knühmann, Marié Niino, Tim Milner, Wolfgang Henkel, Olaf Edsen, Tünde Kovacs und Rego Preisendörfer), zwei Landestrainer (Dirk Schauenberg und Susanne Nitschmann), ein Bundestrainer (Thomas Nitschmann) und ein Weltkampfrichter (Uwe Portugall). Nicht zu vergessen die hoch graduierten Meister „zum Anfassen“: Fritz Nöpel, 8. Dan Goju-Ryu, Franz Bork und Bernhard Milner, beide 7. Dan Shotokan und Shuzo Imai, 7. Dan Wado-Ryu. Das alles verteilt auf 5 Hallen, 50 Workshops und 80 Helfer des ausrichtenden Vereins Karate Do Overath und befreundeter Dojos aus Aachen, Bad Münstereifel, Huchem, Kall, St. Augustin und Wuppertal, wobei auch Familienangehörige der aktiven Karateka sich einspannen ließen. 


Mister Karate-Robics Charles Longdon-Hughes eröffnete wie immer schwungvoll die Veranstaltung (trotz frisch überstandener Zahn-Op). Dann ging es in die Hallen und Workshops. Ein Vergnügen nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die Zuschauer: „Endlich sehe ich auch mal verwirrte Schwarzgurte …(Kihon Kata mit Bernd Milner)“. Erkenntnisse über die Einheit des Karate wurden gefördert „Hüfte raus, Hüfte rein, Kime, Loslassen – das sagt mir mein Trainer auch immer … (Dan-Vorbereitung mit Franz Bork)“. Die Allgemeinbildung kam nicht zu kurz: “Kata ist nicht die Abkürzung für katastrophal – jeden falls nicht in den meisten Fällen (Dirk Schauenberg)“. Auch geht es nicht ohne Selbstkritik: „Wir müssen uns fragen: War das wirklich gut?? – Nochmal… (ebenfalls Dirk)“. Nicht gespart wurde mit der Aufdeckung muskulärer Defizite: „Ihr müsst den Yoko Geri stehen lassen, … so … ( …nicht jeder heisst Detlef Herbst)“. 

Zwischen den Einheiten war der ausrichtende Verein Karate Do Overath gefordert: Mittagessen, Kaffee und Kuchen sowie Hilfe in allen Lebenslagen: „Ich brauch zwei Tische für die Aula!“, „Können mir ein paar Leute mit den Pratzen helfen?“, „Wo ist der Mattenraum 2?“. Auch die Vertreterinnen des Veranstalters KDNW litten nicht unter mangelndem Zuspruch: Von der allgemeine Planung („Was macht ihr für Frauen?“) bis hin zum Tagesgeschäft: Tageskarten, Prüfungsmarken - jedem konnte geholfen werden. Um den Team-Geist hochzuhalten, helfen kleine Aufmunterungen. Aufmunterungen müssen aber einen Bezug zur Realität haben. Heribert Rojeks „Die YU AI Gala steht!“ (am Samstag!!) konnte daher nur völlige Laien begeistern. 

Der letzte sportliche Höhepunkt des ersten Tages: die „Senseis“ Ralf und Chris Schloten stellten eine südamerikanische Kata vor, die auf dem Sanbon-Prinzip beruht: „Samba“. Eine nicht zu unterschätzende Schwierigkeit der Kata ist, dass es eine männliche und eine weibliche Form gibt. Die Koordination obliegt in der traditionellen Form dem Mann. Eine Vorschrift, die von den weiblichen Karateka in Zeiten des „gender mainstreaming“ weitgehend ignoriert wird. Trotz verwirrender Schrittkombinationen gelang es Ralf, durch ein Lob zur rechten Zeit ( … „andere brauchen noch länger“ … ) die Motivation hoch zu halten. Das Ergebnis gibt ihm Recht. Obwohl es bei den Meisten am Schluss eher wie Tanzen aussah, wollte doch keiner diese ungewöhnliche Erfahrung missen. Danach konnte man mit der Kölner Band „U-TURN“ abrocken, soweit es die Kondition noch zuließ… 

Apropos Kondition: Erfahrungsgemäß wird der zweite Tag etwas ruhiger. Wer am ersten Tag „alles“ gemacht hat, setzt dann eher andere Schwerpunkte: Felicitas ergreift die Gelegenheit und interviewt Fritz Nöpel ausführlich zu ihrer Facharbeit über Karate. Andere pflegen den Austausch wahrer Gerüchte ( … „Achim Keller gibt eine DVD heraus“… ) und falscher Gerüchte ( … „die YU Ai Gala steht“ …). Die Meisten aber pflegen das Schönste „Nebenbei“: das Treffen mit alten Freunden „Wie geht’s? Was machst Du? Warst Du schon bei … ?“ – das macht wirklich Spaß! 

Auch der entspannteste Nachmittag endet irgendwann. Während des YU AI ist das der Sonntag um genau 18:00 Uhr: Ende der letzten Trainingseinheit und Gala-Vorbereitung in der Dreifachhalle! Zwischenwände hoch, Tribünen raus, Schutzgitter rauf, Stühle rein und ganz wichtig: Technik aufbauen. Was wie Plackerei aussieht, hat doch einen nur Eingeweihten bekannten Höhepunkt: Birgit. Birgit ist Bühnenbildnerin und für die Dekoration zuständig. Wer als Zuschauer reinkommt sieht ein tolle Halle, die auch nicht anders aussehen kann, weil alles stimmt. Der Weg dahin jedoch … „Könnt Ihr die linke Fahne (2x3 Meter) noch einen (!) Zentimeter (!) im Uhrzeigersinn (!) drehen!?“ Leider fehlt eine Statistik, wie viele (schwere) Blumenkübel von links nach rechts und wieder zurückgetragen werden mussten, weil es dann doch „nicht aussah“. 

Pünktlich um 20:00 Uhr war alles fertig. Türen auf. Empfang der Zuschauer durch Ute (Gesang) und Mayo (Gitarre) und als alle ihren Platz gefunden hatten: Begrüßung durch die rheinische Variante des chinesischen Nord- und Südstils: Rudolf Riegauf und Heribert Rojek, die locker und wie immer mit leichtem Randori durch den Abend führten: 

Charles und das Kara-T-Robics Team von Kensho Neukirchen-Vluyn, das Kinderteam des Karate Dojo Oberberg, die Teilnehmer des Workshops „Karate Kreativ“, Jochen Wolfgramm und Dennis Prieß mit ihren Kung Fu Katas, das Kata Kader des KDNW, Knut, Christopher, Sven und Philipp als die „Burning Dragons“, Monika und Dieter Kießwetter mit einer Tai Chi „Partnerform“, das Jugendteam des Karate Do Overath, Marié Niino und Shuzo Imai mit Kanku Dai zu japanischer Musik, Christian Gunther und das Team des KD Lich, Kanku Dai Bunkai mit Thoralf, Manuela, Danny, Janina, Max und Anne von Inazuma aus Schöneiche bei Berlin. Es war einfach super! Dazwischen Ehrungen, die alle gefreut haben (u.a. die neuen Dan-Träger) und eine, die alle noch gerne hinausgeschoben hätten: Marié Niinos Abschied vom Nationalkader … ( auf Wiedersehen beim nächsten YU AI!) Und dann Party, für die einen … Da am nächsten Morgen wieder in den Hallen trainiert werden sollte, für die anderen: Rückbau des Aufbaus. Stühle raus etc., aus Kabelsalat wieder ordentliche Kabel, aus hübschen Fahnen ebenso hübsche Fahnenrollen („Wer hat diese Fahne aufgerollt??“ –auch hier zählt Qualität) und dann ab in die Aula (in Rekordzeit: 45 Minuten, das klappt nur, wenn wirklich alle mithelfen.) 

Da Kondition und mentale Stärke zum Karateleben gehören, gab es am Pfingstmontag morgens um 9:00 Uhr (!) wieder Training in den fünf Hallen, dann noch die Kyu-Prüfungen und dann war Schluss – für die Teilnehmer. Wirklich Schluss ist, wenn Chris der „Chef der Außenanlagen“ sagt, dass Schluss ist (alle Zelte weg, die Zugänge gefegt, die Müllbeutel in den Containern) und aus dem Dojo „Cyriax“ wieder das Schulzentrum „Cyriax“ geworden ist. Das Ausrichterteam des Karate Do Overath und die vielen Helfer verfallen dann in Tiefschlaf und beim Aufwachen denken zumindest ein paar schon an das nächste YU AI in Overath mit der Feier zu 25 Jahre KDNW. Wir freuen uns drauf! 

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